Bezirksverband der Kleingärtner Berlin-Hohenschönhausen e. V.
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Verfasst am 14.07.2023 um 12:44 Uhr

Asiatische Tigermücken erneut in Berlin nachgewiesen    

Die Asiatische Tigermücke. (Leicht zu verwechseln mit der größeren, heimischen Ringelschnake/Ringelmücke) 

Die Asiatische Tigermücke hat in Berlin überwintert. Das Auftreten dieser nicht heimischen Mückenart in der Hauptstadt ist seit dem Jahr 2021 bekannt. Sie ist in Berlin diesem Jahr in Kleingärten in Treptow-Köpenick nachgewiesen worden.


Sie stammt ursprünglich aus Asien, ist aber heute vor allem im Mittelmeerraum zu finden und insgesamt in 26 europäischen Ländern nachgewiesen worden. In Deutschland ist ihr Vorkommen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen schon länger bekannt.

Die Mückenart sei durch weltweiten Warenverkehr nach Europa und Deutschland gekommen, schreibt die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege auf ihrer Internetseite. Klimaveränderungen und damit einhergehende mildere Winter können die Ausbreitung von Mückenarten begünstigen. Dazu zählen auch nicht heimische Mücken wie die Asiatische Tigermücke.


Warum ist das wichtig?

„Die Asiatische Tigermücke kann gefährliche Krankheitserreger wie Dengue-, Chikungunya– oder Zika-Viren übertragen. Das Risiko hierfür ist in Deutschland noch sehr gering“, schreibt die Senatsverwaltung weiter. Sie könne die Krankheiten nur übertragen, wenn sie vorher einen infizierten Wirt gestochen hat. Infizierte Wirte können z. B. Reiserückkehrer sein, die sich im Urlaub mit einem der Krankheitsviren infiziert haben.

Weil sie aber auch tagsüber aggressiv steche, verleide diese Mückenart den Menschen den Aufenthalt im Freien. Die Ausbreitung sollte verhindert werden.


Brutstätten

Die Tigermücke (Aedes albopictus)  brütet in allen Ansammlungen von Wasser, die mindestens fünf Tage stehen bleiben. Beliebte Brutstätten sind z. B. Regentonnen, Eimer, Gießkannen, Blumentöpfe, Untersetzer, Wasserschalen, wassergefüllte Schirmständer, Gullys und Autoreifen. Die Eier kleben in den Gefäßen und überstehen auch Trockenheit und kalte Winter.


Belebte Gartenteiche und Fließgewässer sind keine Brutstätten!


Was können Sie tun? 

Wenn es richtig Sommer wird, beseitigen oder sanieren Sie alle potenziellen Brutstätten!


  • Vermeiden Sie stehendes Wasser in Blumentöpfen und Ähnlichem.
  • Gießkannen, Eimer und Blumenkübel umdrehen oder unter Dach lagern, damit sich kein Regenwasser ansammeln kann.
  • Vermeiden Sie auch Wasseransammlungen auch auf Abdeckplanen, Markisen etc.
  • Wasser aus Gefäßen im Garten entsorgen
  • Gefäße gründlich reinigen, um keine Mücken-Eier zu verschleppen
  • Tauschen Sie stehendes Wasser in z.B. in Vogeltränken regelmäßig aus (alle fünf Tage mindestens).
  • Reinigen Sie Ihre Regenrinnen regelmäßig
  • Regentonnen mit Deckel oder Moskitonetzen abdecken
  • Fördern Sie Fressfeinde wie Libellen oder Vögel
  • Gartenteich: Fördern Sie einen mit Fröschen und Lurchen belebten Gartenteich, es sind Fressfeinde von allen Stechmücken. Allerdings in Kleingärten keine Fische einsetzen.
  • Gartenteich: Wasser durch Springbrunnen oder Wasserfall bewegen. Mückenweibchen wählen bewegtes Wasser nicht zur Eiablage


Gartenteiche

Belebte Gartenteiche und Fließgewässer sind keine Brutstätten. In Kleingärten sind Teiche naturbelassen bzw. naturnah zu bewirtschaften. Frösche und Lurche, ihre Eier und Jungtiere sind daher erwünscht. Sie fressen Steckmückenlarven und ihre Eier. Der Besatz mit Fischen ist in Kleingärten allerdings nicht erwünscht, denn sie fressen leider auch gute und nützliche Tiere, Eier und Larven. Auf Einsatz von Chemikalien ist ebenfalls zu verzichten, weil sie gleichzeitig nützliche und der Wassergesundheit förderliche Tiere und Pflanzen schädigen können.


Wasser bewegen!

Mücken bevorzugen für die Eiablage stille, ruhige Gewässer. Bewegt sich das Wasser, suchen die Weibchen nach einem ruhigeren Brutplatz. Kleine Wasserbewegungen kann man z. B. mit einem Springbrunnen oder einem künstlich angelegten Wasserfall erzeugen. 


 Aussehen und Verwechslungen


  • Die Asiatische Tigermücke ist nicht nur in der Dämmerung aktiv, sondern zeigt auch tagsüber ein aggressives Stechverhalten.
  • Tigermücken sind kleiner als eine 1-Cent-Münze und nicht größer als unsere einheimischen Stechmücken.
  • Tigermücken sind grundlegend schwarz (nicht bräunlich) mit weißen, prägnanten Streifen auf Körper und Beinen. Das letzte Glied der Hinterbeine ist immer weiß.


Die Asiatische Tigermücke ist nicht nur morgens und abends aktiv, sondern zeigt auch tagsüber ein aggressives Stechverhalten. Eine hohe Verwechslungsgefahr bestehe vom Aussehen her zwischen der Asiatischen Tigermücke und der Ringelschnake/Ringelmücke (Culiseta annulata), da die Ringelmücke ebenfalls gestreifte Beine hat. Diese heimische Mückenart ist jedoch um ein Vielfaches größer als die Asiatische Tigermücke und hat zudem keinen weißen Längsstreifen auf dem Vorderrücken. 


Quelle:

https://www.berlin.de/sen/gesundheit/themen/gesundheitsschutz-und-umwelt/umwelteinfluesse/asiatische-tigermuecke/


Foto: James Gathany, CDC