Bezirksverband der Kleingärtner Berlin-Hohenschönhausen e. V.
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Verfasst am 01.10.2021 um 15:00 Uhr

Es summt und brummt    

Wildbienen im Kleingarten

Weltweit gibt es ca. 25.000 verschiedene Bienenarten, in Deutschland sind es rund 560. Auch ca. 40 Hummelarten gibt es bei uns, welche ebenfalls zu den Bienen gehören. Die häufigste Wildbienenart ist bei uns die Rote Mauerbiene. Sie lebt einzeln und bildet keine Staaten.


Die meisten Wildbienen sind sogenannte Trockensammler, daher sind Korbblütler für Wildbienen sehr wichtig. Andere wichtige Pollenpflanzen in unseren Gärten wären: Krokusse, Winterlinge, Haselnuss, Blaukissen, Mohn, Lungenkraut, Wildrosen oder Natternkopf. Doch nicht nur die Nahrung, auch die passende Unterkunft ist für Wildbienen wichtig. Mit ca. 75 % lebt der weitaus größere Teil der Wildbienenarten im Boden.


Übersicht Wildbienenarten

Biene 
Größe in mm

Proviant

Nestverschluss
Mauerbienen
8-14
Pollen
Rauer Mörtel
Scherenbienen
6-10
Pollen
Sehr harter Mörtel
Löcherbienen
7
Pollen
Harz mit Steinchen
Blattschneiderbienen
9-12
Pollen
Blattstücke
Ur- oder Maskenbienen
5-7
Pollen, Nektar
Seidiges Sekret
Töpfer- und Grabwespen
6-12
Spinnen
Rauer Mörtel
Blattlaus-Grabwespen
5-7
Blattläuse
Harz mit Holz/ Steinchen
Mörtelwespen
8-15
Larven
Glatter Mörtel
Mauer-Lehmwespen
8-15
Larven
Glatter Mörtel


Für die anderen Wildbienenarten können wir sogenannte Insektenhotels im Garten anbieten. Der Standort dafür sollte sonnig und geschützt sein. Die Ausrichtung sollte idealerweise nach Osten-Südosten erfolgen. Die einzelnen Röhren z.B. aus Schilf, Bambus oder gebohrte Löcher in Holz, sollten eine Tiefe von mindestens 10 cm und einen Durchmesser von 2 bis 10 mm aufweisen. Empfehlenswert ist eine Mischung verschiedener Größen.

Im Insektenhotel sucht sich das Wildbienenweibchen eine passende Röhre aus und legt am Ende der Röhre ein Ei und eine Portion Pollen/Nektar ab. Diese dient später als Nahrung für die aus dem Ei schlüpfende Larve. Dann wird eine Zwischenwand gezogen und das gleiche beginnt von vorne. Das Befüllen der Brutzellen kann bis zu vier Wochen dauern und am Ende können bis zu acht Zellen hintereinander liegen. Der Röhrenausgang wird dann noch mit einem stabilen Verschlussdeckel versehen. So gut geschützt, entwickeln sich die Larven zu fertigen Wildbienen, die sich dann durch die Zwischenwände und den Verschlussdeckel nagen.

Damit die Behausung die Bedürfnisse der Wildbienen erfüllt, hier einige Praxistipps zum Bau und Aufstellen eines Insektenhotels:

  • Ausgefranste Löcher durch Bohrungen in Weichholz vermeiden (Verletzung der Flügel möglich), also Hartholz verwenden.
  • Auf richtigen Durchmesser und Länge der Löcher achten.
  • Schutz (Drahtgeflecht) gegen Vögel außen mit einem Abstand von ca. 5 cm zum „Hoteleingang“ anbringen.
  • Richtigen Standort wählen.
  • Nahrungspflanzen für die Insekten in der unmittelbaren Umgebung anbieten


Nahrungspflanzen für Wildbienen und andere Insekten

Winter/Frühling
Sommer
Herbst
Winterlinge
Schafgarbe
Borretsch
Krokus
Katzenminze
Salbei
Schneeglöckchen
Ehrenpreis
Natternkopf
Weide
Dost
Mönchspfeffer
Schneeball
Wildrose
Gewürzstrauch
Kornelkirsche
Malve
Steinklee
Obst
Mauerpfeffer
Eibisch
Mahonie
Sonnenhut
Efeu
Löwenzahn
Lavendel
Schneebeere
Schneeheide
Ysop
Bartblumen
Kuhschelle

Fingerstrauch



Sven Wachtmann
Vorstandsmitglied für Fachberatung


Foto Sandbiene: Pixabay

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