Bezirksverband der Kleingärtner Berlin-Hohenschönhausen e. V.
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Verfasst am 01.12.2021 um 16:09 Uhr

Die Berliner Baumschutzverordnung    

Schützt auch Bäume im Kleingarten    

Baum-Hasel, auch Türkische Hasel genannt, eignet sich ebenfalls als Straßenbaum. 

Nicht alle Bäume im eigenen Kleingarten können einfach mal eben stark eingekürzt oder gar gefällt werden. Es gilt neben den Ansprüchen für die kleingärtnerische Nutzung auch die Berliner Baumschutzverordnung (BaumSchVO). In dieser heißt es, dass alle Laubbäume geschützt sind, wenn sie bereits einen Stammumfang von mehr als 80 cm (in 1,30 m Höhe gemessen) aufweisen. Mehrstämmige Bäume sind bereits geschützt, wenn mindestens einer der Stämme einen Umfang von 50 cm aufweist.


Vom Schutz ausgenommen sind jedoch fast alle Obstbäume, mit Ausnahme der Walnuss (Juglans regia) und der Baum-Hasel (Corylus colurna). Unter den Nadelgehölzen ist lediglich die Waldkiefer (Pinus sylvestris) in Berlin geschützt.


Konsequenzen der Baumschutzverordnung

Es muss bei größeren Schnittarbeiten oder bei einer notwendigen Fällung ein „Antrag auf Ausnahmegenehmigung nach der Baumschutzverordnung“ (Fällgenehmigung oder auch Baumschnittgenehmigung genannt) beim Umwelt- und Naturschutzamt des zuständigen Bezirkes gestellt werden. Oder online auf dem „Umweltportal“ der Berliner Umwelt- und Naturschutzbehörde auf www.berlin.de/umwelt/themen/natur-pflanzen-artenschutz/formular.80879.php Lesen Sie außerdem die Gartenordnung in Ihrem Pachtvertrag zu dem Thema. Im Zweifel kann Sie Ihr Gartenfachberater oder Ihr Bezirksverband beraten.

Die Waldkiefer mit ihrem braun-roten bis rot-orange farbenen Stamm. 

Das Naturschutzgesetz gibt es auch noch

Wenn es tatsächlich zu Fällungen von Bäumen kommen muss, ist außerdem das Bundesnaturschutzgesetz zu beachten. Darin heißt es, dass zwischen dem 1. März und 30. September keine Bäume, Hecken oder sonstige Gehölze gerodet oder stark eingekürzt werden dürfen.


Heimische Waldkiefer

Die Waldkiefer ist in Berlin und Brandenburg heimisch. Sie kommt sehr gut mit den widrigsten Bedingungen zurecht – auch mit Trockenheit und unseren märkischen Sandböden. Mit ihrem Pfahlwurzelsystem erreicht sie tiefergelegene Wasserschichten. Und dieses Wurzelwerk befestigt sie auch tiefer im Boden als andere Nadelbäume. Der Klimaerwärmung wird sie so besser trotzen können als andere einheimische Baumarten.


Sie ist zudem Futterpflanze für neun Falter- und fünf Käferarten sowie für die Gemeine Kiefernbuschhornblattwespe. In der Forstwirtschaft liefern Waldkiefern wichtiges Nutzholz (Bau- und Gartenholz, für Möbel, Holzdielen und Leisten).


Man kann die Waldkiefer allerdings leicht mit der Schwarzkiefer verwechseln. Beide Kiefernarten haben paarige Nadeln. Die Waldkiefer hat jedoch keine einheitliche Rindenfarbe. Unten am Stamm sind die Schuppen eher braunrot, nach oben hin zur Krone färbt sich die Rinde nahezu orange. Ihre Nadeln sind mit 7 cm Länge zudem nur etwa halb so lang wie die der Schwarzkiefer. Und die Zapfen der Waldkiefer sind meist etwas gekrümmt und sind etwas kleiner als die geraden Zapfen der Schwarzkiefer.


Nimmt viel Platz ein: Der Walnussbaum

Wertvolle Walnuss - stattlich groß

Walnussbäume findet man überall in Europa. Sie sind frosthart, wachsen schnell und können sehr alt werden. Eine besondere Pflege benötigen sie nicht, aber beim Anpflanzen sollte man bedenken, dass sie bis zu 30 m hoch werden können – und auf Schnittmaßnahmen reagieren sie empfindlich. 


Walnüsse sind wegen ihres Geschmacks und ihrer guten Inhaltsstoffe beliebt. Walnussholz ist zudem ein wertvolles und begehrtes Edelholz aus dem z.B. hochwertige Böden, Furniere und Parkett hergestellt werden.

Robuste Baum-Hasel

Die Baum-Hasel, auch Türkische Hasel genannt, ist ein robuster Baum, der gut mit ausgeprägten Dürre- und Frostperioden sowie mit Umweltverschmutzung zurechtkommt – wie gemacht für einen Straßenbaum, der wohl auch dem Klimawandel trotzen wird. Die Baum-Hasel wird 15 bis 25 m hoch. Ihre Früchte sind essbar und reifen in kleinen „Gruppen“ von fünf bis sechs Nüssen in geschlitzten, krausen Hüllblättern. Das Holz der Baum-Hasel ist wertvoll und wird für Möbel und Schnitzereien genutzt.


Verwandt ist der geschützte Baum mit dem Haselnussstrauch (Corylus avellana). Dieser wird auch Gewöhnliche Haselnuss oder Waldhasel genannt. Er wird nur bis zu 6 m hoch und hat als Strauch mehrere schmale Stämme statt einem Hauptstamm.


Sven Wachtmann, Vorstandsmitglied für Fachberatung

und Dr. Marion Kwart, Landesverband Berlin der Gartenfreunde, Öffentlichkeitsarbeit



Fotonachweise

Baum-Hasel: Sven Wachtmann

Waldkiefer: J.-H. Janßen, Wikimedia Commons, CC BY-SA 1.0 bis 3.0

Wallnussbaum: AnRo000, Wikimedia Commons, CC0 1.0

Dokumente: